Medizinische Hochschule Hannover

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Innerhalb der MHH kooperieren mit dem Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI), dem Geschäftsbereich Pflege sowie dem Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (Public Health) drei Institute/Abteilungen.

Das PLRI ist ein gemeinsames Institut der TU Braunschweig und der MHH (Prof. Dr. Reinhold Haux, PLRI TU Braunschweig und Prof. Dr. Dr. Michael Marschollek, PLRI MHH). Forschungsschwerpunkte des PLRI sind Assistierende Gesundheitstechnologien sowie Informationsmanagement und Informationssysteme für das Gesundheitswesen. Zu erfolgreich abgeschlossenen Projekten zählt der Niedersächsische Forschungsverbund Gestaltung altersgerechter Lebenswelten (GAL), das Projekt eHealth.Braun¬schweig sowie das vom BMBF-geförderte Verbundprojekt MHH-QuAALi. Die Arbeits¬gruppe “AGT/AAL” in der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS) und die internationale Arbeitsgruppe “Wearable Sensors in Healthcare” der International Medical Informatics Association (IMIA) werden von Institutsmitgliedern geleitet.

Der Geschäftsbereich Pflege der MHH setzt sich organisatorisch aus Dipl. Pflegewirtin Iris Meyenburg-Altwarg als Geschäftsführerin und sieben fachspezifischen Pflegebereichen sowie den Stabstellen der Geschäftsführung zusammen. Neben dem primären Leistungsbereich der Stationen hält die Geschäftsführung Pflege eine Stabstelle der Pflegewissenschaft vor, die neben der Durchführung von wissenschaftlichen Studien den Theorie-Praxis-Transfer von evidenzbasiertem Wissen auf den Stationen sicherstellt. Die Stabsstelle war am Verbundprojekt MHH-QuAALi beteiligt. Gemeinsam mit dem PLRI wurde zudem das wissenschaftliche Vorprojekt „Witra Pflege“ (WAWVP265) im BMBF Förderschwerpunkt „Mensch-Technik-Interaktion im demografischen Wandel“ durchgeführt.

Prof. Dr. Marie-Luise Dierks (Public Health, Arbeitsschwerpunkt Patientenorientierung und Gesundheitsbildung) beschäftigt sich unter Einsatz quantitativer und qualitativer Methoden mit der Erforschung von Nutzerbedürfnissen und der Stärkung der Nutzerperspektive im Gesundheitswesen. In diesem Zusammenhang hat sie die erste deutsche Patientenuniversität aufgebaut und zusammen mit Kollegen aus dem Bereich der Ethik das Konzept Ethik-Universität entwickelt (BMBF). Weitere Projekte: Zufriedenheit von Patienten mit der ambulanten Versorgung (Entwicklung eines standardisierten Erhebungsinstrumentes (ZAP), Übersetzung in 9 Sprachen und Einsatz im Qualitätsmanagement (BMG)); Ältere Patienten in der hausärztl. Praxis (qualitative und quantitative Analyse der Prioritäten und Arzt-Patienten-Kommunikation (BMBF)); Fall-Kontroll-Studie Wirkungen der Selbsthilfe in Deutschland (BMG); Promotionsprogramm GESA (15 Stipendiaten) (Gesundheitsbezogene Versorgung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter (MWK Niedersachsen)); Gesundheitskompetenzerhöhung der Patienten als Aufgabe der Versorgungseinrichtungen.

Aufgaben im Projekt:

Nach Abschluss der Datenerhebung im Rahmen eines Feldtests wird eine Analyse der multimodalen Daten (Pflegetagebuch, raumbezogene Sensoren, Smartphone) durchgeführt mit dem Ziel, charakteristische Muster zu identifizieren, welche potenziell zur automatisierten Erkennung von Krisensituationen des pflegenden Angehörigen nutzbar sind. Ein partizipatives Studiendesign soll für die Analyse der Kriterien des „Design for All“ (Gebrauchsfreundlichkeit, Anpassbarkeit, Nutzerorientierung, ästhetische Qualität, Marktorientierung) aus Sicht aller Beteiligten genutzt werden.

Die Geschäftsführung Pflege mit der Stabstelle der Pflegewissenschaft (PW) ist für die Entwicklung der evidenzbasierten Inhalte, die Adhärenzförderung während der Pilottestung sowie die bedarfs-abhängige Aufbereitung von Inhalten für MoCaB zuständig. Das Ziel ist die Erarbeitung der Inhalte zu Gesundheitsförderung und fachlicher Förderung pflegender Angehöriger. Hierzu werden evidenz-basierte Handlungsempfehlungen aus nationalen pflegerischen Expertenstandards und medizinischen Leitlinien laienverständlich aufbereitet und für den Praxiseinsatz auf technischen Geräten in MoCaB angepasst. Dazu werden Ergebnisse des wissenschaftlichen Vorprojektes Witra Pflege genutzt. Da MoCaB als lernendes System ausgelegt ist, werden neben Basis-Szenarien für Alzheimer Demenz und Apoplex weitere Inhalte bedarfsabhängig konsekutiv eingepflegt. Diese Wissensdatenbank soll zum einen Entscheidungshilfen zur Krisenprävention und Krisenbewältigung enthalten, zum anderen sollen unterschiedliche, skalierbare Erhebungskonzepte erarbeitet werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Vermeidung von physischer, psychischer und fachlicher Überforderung pflegender Angehöriger. Hierzu zählen Empfehlungen zur Vermeidung körperlicher Fehlbelastungen, die Möglichkeit zur Kommunikation psychischer Belastungen in Form eines Pflege-tagebuches und eines Forums (Peer Group) sowie die automatisierte Erkennung behandlungs-bedürftiger Krisen und deren Monitoring.

Unter Federführung der Public Health-Arbeitsgruppe „Patientenorientierung und Gesundheitsbildung“ wird die Akzeptanz der beteiligten Zielgruppen pflegende Angehörige, Erkrankte und professionell Pflegende im Umgang mit der zu entwickelnden Kommunikationsplattform untersucht. Analysiert wird auch, wie die Sensoren zur Beobachtung des häuslichen Umfelds der zu Pflegenden und der Sensoren, welche vom Pflegenden getragen werden, von diesen genutzt und in ihrem Nutzen bewertet werden.